Michendorf

Michendorf

Michendorf ist eine amtsfreie Gemeinde im Osten des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Brandenburg südlich von Potsdam. Michendorf liegt an der Bundesstraße 2. Die Bundesautobahn 10 (über den Anschluss Michendorf zu erreichen) und die Bundesautobahn 115 (über den Anschluss Saarmund) führen durch das Gemeindegebiet. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich das Autobahndreieck Nuthetal. Das Gemeindegebiet ist identisch mit dem von 1992 bis 2003 existierenden Amt Michendorf. Seit Ende des 19.Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung schneller als der Brandenburger Durchschnitt. Dies hängt mit dem industriellen Entwicklung Berlins und der Anbindung an die Eisenbahn zusammen. Da sich der Wohnungsbau der DDR seit Ende der 1960er auf die Haupt- und Bezirksstädte konzentrierte, ging die Bevölkerung des Gebiets zurück. Seit der Wende führt die Berlin-Nähe und die gute Verkehrsanbindung zu einem Wiederanstieg der Bevölkerung.

Geschichte

1375 wird der Ort Michendorf erstmals urkundlich erwähnt und erhält seinen Namen durch Abwandlung des deutsch-slawischen Namens Michel bzw. Micha. In den nächsten knapp 250 Jahren wurde Michendorf kaum erwähnt, da es durch Brände und Seuchen oft zerstört worden ist. 1375 - 1377 entsteht auf Anweisung Kaiser Karls IV das Landbuch der Mark Brandenburg. Es ist ein detailliertes Abgabenverzeichnis, das erstmals die landesherrlichen Einnahmen sowie die Verpflichtungen der Städte, Dörfer und Klöster der Markgrafschaft gegenüber registriert. Im 30-jährigen Krieg völlig zerstört, wird Michendorf rund 70 Jahre nicht bewohnt. 1697 erfolgt die Neubesiedlung im Auftrag des Amtes Saarmund durch einen Georg Joeche mit fünf Bauern. Von 1700 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts liegt Michendorf als unbedeutender Ort im Land mit einem Grundherrn und Krugwirt. 1879 trägt eine Haltestelle der Wetzlarer Eisenbahn zur stärkeren Besiedlung bei. Im selben Jahr nimmt die Michendorfer Ziegelei ihre 21-jährige Arbeit auf. In den Jahren 1880/81 baut Hermann Weber an der Potsdamer Str. 64 auf ehemaligem Gutsland ein Haus mit Fleischerei und schließt wenig später ein Gartenlokal an, das er 1889 mit dem Gasthof "Zum Birkenwäldchen" erweitert. Den 1. Weltkrieg in den Jahren 1914-18 übersteht Michendorf mit einigen Blessuren. In den 30-er Jahren erlebt Michendorf den Höhepunkt als Obstzüchterdorf. 1935 erhält Michendorf ein Wappen mit dem symbolischen Apfelbaum. 1936 erfolgt die Anbindung an die Autobahn, die den Verkehrsfluss noch mehr unterstützt. Im 2. Weltkrieg (1939-45) kommt es zur Zerstörung und Beschädigung einiger Gebäude in der Nähe des Bahnhofs und der Kirche. Im April 1945 besetzen sowjetische Truppen Michendorf. Von diesem Zeitpunkt an wird die Obstzucht vermindert und die industrielle Entwicklung gefördert (Teltomat u.a.).
Am 20. Mai 1992 erteilte der Minister des Innern seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Michendorf, das mit Wirkung zum 15. Juni 1992 zustande kam. Zum Sitz der Amtsverwaltung wurde Michendorf gewählt. Amtsdirektor wurde Klaus-Peter Dahm der 2000 von Cornelia Jung abgelöst wurde. Das Amt nahm die Verwaltungsaufgaben der sechs Gemeinden wahr, die sich mit dem Datum der Kommunalwahl am 26. Oktober 2003 zur amtsfreien Gemeinde Michendorf zusammenschlossen. Das Amt Michendorf wurde gleichzeitig aufgelöst. Die Gemeinde Michendorf erhob kommunale Verfassungsbeschwerde gegen ihre Eingliederung in die neue (Groß-)Gemeinde Michendorf, die vom Verfassungsgericht des Landes Brandenburg teils verworfen, im Übrigen zurückgewiesen wurde. Der neue Bürgermeister seit 2011 heißt Reinhard Mirbach.

1974 entsteht die Polytechnische Oberschule am Wolkenberg. In den 60-er bis 80-er Jahren gilt der Ortsteil Michendorf-West als Naherholungsgebiet, das sich bis zum Lienewitzsee erstreckt. 1990 wird das Naherholungsgebiet um den Lienewitzsee aufgelöst und gilt jetzt als Naturschutzgebiet. Im Jahre 1991 erfolgt die Umwandlung der Polytechnischen Oberschule in das Gymnasium am Wolkenberg und eine neue Grundschule wird gebaut.

Historische Daten

Historische Daten 1993 – 2005 Zusammengestellt von Hans-Joachim Strich - Ortschronist

1992
wird das Amt Michendorf mit sechs Amtsgemeinden gegründet.
1993 Seit Mai wieder S-Bahn-Verbindung nach Wannsee. 1995 Baubeginn der großen Wohnanlage Bahnstraße mit neuer Grundschule und Turnhalle. 1996 Fertigstellung der neuen Grundschule und Turnhalle (Meisenweg/Bahnstraße).

1997 Neue sternförmig angelegte KITA (Heideweg) eingeweiht. Hotel "Potsdam-Michendorf" (TRYP), örtliche Tankstelle (DEA) und Plus-Markt eröffnet.

1998 Ehemaliges Klubhaus (früher Gaststätte "Zum Birkenwald") nach Umbau und Modernisierung als Gemeindezentrum "Zum Apfelbaum" eingeweiht. An der Grundschule Bahnstraße/Meisenweg erfolgte der Anbau des Westflügels.

1999 Reihenhäuser an der Poststraße fertiggestellt.
Neues Eckhaus Potsdamer/Ecke Schmerberger Straße. Abriss der alten Gebäude des Konsum-Warenhauses und des Kinos (ehem. Alter Krug und Deutsches Haus).

2000 Im ersten Jahr des neuen Jahrtausends wird Michendorf 625 Jahre alt und zählt nun 3 760 Einwohner.
Mit Festveranstaltung, Festumzug und Volksfest wird das 625 Jahre alte Michendorf geehrt.
Heimatverein begeht sein 10jähriges Bestehen mit großem Heimattreffen und Eröffnung eines Heimatmuseums (alte Mühle). Neue Sportanlagen "Hellerfichten" für Schul- und Freizeitsport mit Kunstrasen-Fußballplatz eingeweiht. Erneuerung der Gehwege in der Potsdamer Straße und der Bahnhofsvorplatz erhält 50 Parkplätze.
An der Potsdamer Straße 61 neues Einkaufszentrum "SuperSpar" eröffnet.

2001 Neues Hortgebäude (2. KITA-Haus) mit Spielplatz am Heideweg eingeweiht.
Die Rekonstruktion des Bahnhofvorplatzes erfolgreich abgeschlossen.
Richtfest für das neue Objekt der Freiwilligen Feuerwehr.

2002 Planfeststellungsverfahren für den Bau der Umgehungsstraße positiv beschlossen.
Neue Michendorfer Post- und Quelle-Agentur (Schröter) an der Potsdamer Straße.
Gemeinde übergibt ihrer Freiwilligen Feuerwehr zum 90. Gründungstag ein neues Gerätehaus.

2003 Ergebnis der Kommunalwahlen am 26. Oktober: Michendorf mit den Gemeinden Langerwisch, Wilhelmshorst, Wildenbruch, Fresdorf und Stücken zu einer großen Gemeinde vereint. Neue gemeinsame Gemeindevertretung gewählt.
Beschlüsse der alten Gemeindevertretung verwirklicht:
Gehwege am Dieck und weiteren Straßen der Gemeinde rekonstruiert, Vereinsgebäude am Sportplatz ausgebaut. Poststraße, Rüsternallee und Heideweg erneuert und dem Verkehr übergeben.

2004 Baubeginn der Umgehungsstraße B2. Neues Alten-Pflegeheim im Falkenweg / Wohngebiet Bahnstraße eingeweiht.
"ALDI-Frischemarkt" - Luckenwalder Straße seit September und neue Norma-Filiale (Post-/Ecke Gartenstraße) seit November eröffnet.

2005 Festliche Übergabe des rekonstruierten Saales im Gemeindezentrum mit 240 Plätzen und Biergarten. Damit wurde das Projekt "Gemeindezentrum "Zum Apfelbaum" als Wiederherstellung eines Stücks Michendorfer Geschichte erfolgreich vollendet.

2012 Michendorf hat 4286 Einwohner (Stand 31.12.2012).

Chronik Dr. Hans-Joachim Strich