Langerwisch

Langerwisch

Langerwisch ist ein Ort der Gemeinde Michendorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Langerwisch konnte 2012 die 725. Jahrfeier begehen.

Langerwisch hat eine Fläche von 12,23 km2; und 1.823 Einwohnern. Der Ort wird im Süden und Osten von der Bundesautobahn A10 umschlossen, mit den Abfahrten Saarmund und Michendorf. Das Dorf besteht aus zwei Teilen, Alt Langerwisch und Neu Langerwisch, welche sich 1938 zusammenschlossen haben. Getrennt werden sie vom Mittelgraben, der nicht durchgehend und zumeist nur mit sehr wenig Wasser gefüllt ist. Im Norden finden sich zwei bewaldete Erhöhungen, der Galgenberg im Osten und der Weinberg im Westen. Beide sind unter 100 m hoch. Sonst prägen Felder und Wiesen das Dorf und an den äußeren Rändern auch kleinere Wälder.

Toponymie

Über die Herkunft des Ortsnamens gibt es zwei unterschiedliche Vermutungen. Nach der ersten Theorie leitet sich der Name Langerwisch von Wische für Wiese ab und bedeutet somit lange Wiese. Er könnte von niederländischen Siedlern eingeführt worden sein.. Eine andere Hypothese führt die Herkunft auf das slawische Doppelwort für Sumpfwiese zurück.

Historisches

Neu-Langerwisch wurde erstmals 1285 als novi Langerwisch, bei der Schenkung des Dorfes durch die Markgrafen von Brandenburg Otto der Ältere und Otto der Jüngere, an das Domkapitel zu Brandenburg erwähnt. Drei Jahre später folgte Alt-Langerwisch. Neu-Langerwisch war seit 1285 und bis 1767 Sitz der Pfarre für die Ortschaften Neu-, Alt-Langerwisch, Michendorf und Caputh. Sie unterstand dem Brandenburger Domstift offiziell bis 1667, faktisch bis 1767. Am 22. August 1303 waren die beiden Kirchen von Alt- und Neu-Langerwisch vom damaligen brandenburger Bischof Friedrich vereinigt worden. Eine mittelalterliche Anekdote liefert eine Sage über den Langerwischer Galgenberg, der nach dieser 1477 seinen Namen bekommen habe, als dort "der Hauptmann Kurth als ein Raubmörder in Ketten gehangen worden" war und "lange ... sein von der Sonne gebleichtes Gebein ... ein Schrecken der Wanderer" blieb.

Frühe Neuzeit

1772 wurde die Ende des 17. Jahrhunderts eingefallene Langerwischer Kirche neu erbaut. 1779 ließ sich der preußische König Friedrich II. in Alt-Langerwisch ein Gutshaus errichten, das heutige Alte Schloss. 1879 entstand das heutige Wahrzeichen, die Langerwischer Mühle, zwischen Neu-Langerwisch und dem benachbarten Bergholz-Rehbrücke. Zunächst als Bockwindmühle erbaut wurde sie 1930 zu einer Paltrockwindmühle umgebaut.

Moderne

1920 erhielten die beiden Orte jeweils eine Freiwillige Feuerwehr. Mittlerweile ist sie - wie beide Ortsteile - vereinigt und hat ihren Sitz im südlichen Alt Langerwisch.
Von den Erfahrungen am Ende des Zweiten Weltkriegs in Langerwisch und den umliegenden Dörfern, berichtet das edierte Tagebuch von Friedrich Helms, einem Zeitzeugen aus Wilhelmshorst. Er schreibt vom täglichen Leben zu Kriegsende, von zerbombten Häusern, aber auch den Verbrechen sowjetischer Soldaten beim Einmarsch der Roten Armee.

Infrastruktur und Kultur

Langerwisch liegt an der Bundesstraße 2 zwischen Potsdam und Beelitz und grenzt im Osten und Süden an den Berliner Ring. Wiederholt war der Verkehr Grund für Proteste der Langerwischer Bevölkerung. Zunächst 2004 gegen die Ortsumgehung der B2, die zwar Michendorf entlastet, aber für Langerwisch eher nachteilig ist. 2005 richteten sich die Proteste gegen das hohe Aufkommen an Lastkraftwagen, nachdem an mehreren Häusern Schäden durch die starke Vibration festgestellt worden waren. Darüber hinaus wurde auch die hohe Lärmbelastung kritisiert. Seit Ende 2009 und verstärkt Anfang 2010, läuft eine Initiative die nach dem geplanten Ausbau der A10 auf vier Fahrstreifen, einen Lärmschutz für Langerwisch fordert.

Im Norden verläuft die Bahnlinie von Michendorf zum Flughafen Schönefeld. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind in Michendorf und Wilhelmshorst. Darüber hinaus verkehren die Buslinien 608 und 643 regelmäßig nach Potsdam bzw. in Richtung Dobbrikow und Beelitz. An der Grenze zwischen Langerwisch und Saarmund liegt weiterhin ein kleiner Flugplatz.

Im Dorf befinden sich ein einer der größten deutschen Blumenmärkte, ein Supermarkt, eine Bäckerei, ein Fleischer, ein Blumengeschäft, ein Friseur und ein Geschäft für Tierbedarf. Im Südosten findet sich des Weiteren ein Pferdehof mit Pferdezucht. In Neu-Langerwisch gibt es eine Kindertagesstätte. Die nächstgelegenen Schulen sind in Wildenbruch, Michendorf und Wilhelmshorst.

Beim Tag des Offenen Gartens haben regelmäßig mehrere Privatgärten aus Langerwisch geöffnet. Darüber hinaus gibt es gelegentlich unterschiedliche kulturelle Angebote (z.B. Theateraufführungen, Tanzveranstaltungen) oder verschiedene Märkte (Weihnachtsmarkt des Vereins Langerwischer Bürger e.V. im Gemeindehof Langerwisch).

Dorfkirche und weitere Sehenswürdigkeiten

Die vom Friedhof umgebene evangelische Dorfkirche aus dem Jahr 1772 ersetzte den Ende des 17. Jahrhunderts eingefallenen Vorgängerbau. Sie verfügt über eine Innendecke aus der Bauzeit, die auf einer Voute liegt. Das Bauwerk und ihr Turm wurden in den 2000er-Jahren saniert. Dabei wurde in der Turmkapsel eine Flaschenpost mit Nachrichten aus den Jahren 1901 und 1957 gefunden. Die Sanierungsarbeiten wurden im Dezember 2007 abgeschlossen.

Der aus dem 18. Jahrhundert stammende Gutshof in Alt-Langerwisch, in dem der Dichter Peter Huchel zeitweise aufwuchs, wurde 1919 zu einem Restaurant umgebaut (Zum Alten Schloss), das noch heute an Ort und Stelle betrieben wird. Die Liste der Baudenkmale verzeichnet eine Reihe weiterer sehenswerter Gehöfte wie den Palmschen Hof, Landhäuser und Wohnhäuser sowie das Schäferhaus aus dem 18. Jahrhundert, das zu dem im Westen des Dorfes gelegenen Vorwerk gehörte.

Quelle:wikipedia