Lesung Meissner & Röhrig

Hab mein Magen vollgeladen
mit Lachmuskeltraining

Bevor sich für die Protagonisten Andrea Meissner und Hans – Jochen Röhrig im Gemeindezentrum Wilhelmshorst die schwere Schiebetür auftat, konnten die Gäste des Veranstalters, Kulturbund Michendorf, gemütlich ein Tässchen Kaffee trinken und selbstgebackenen Kuchen verspeisen. Denn in dem was folgen sollte ging es auch im großen Umfang um den genussvollen Umgang mit Speisen und Getränken, alten Küchensprüchen, Versen und Geschichten namhafter Autoren wie Eugen Roth, Erich Kästner, Siegfried Lenz und Heinrich Heine. Nachdem alle Gäste Platz genommen hatten begrüßte die Vorsitzende Marita Overbeck die Besucher und verwies auf die zahlreichen Aktivitäten, die sich der Kulturbund für dieses Jahr vorgenommen hat.
Nicht das die Geschichten der genannten Autoren an sich schon urkomisch genug gewesen sind, wurden diese von Andrea Meissner und H.-J. Röhrig nahezu genussvoll zelebriert. Beide liefen zur Höchstform auf, das Publikum bog sich vor Lachen. Als Lesung geplant entwickelte sich die Veranstaltung zu einer höchst amüsanten Komödie. So blieb es nicht aus, dass es zu spontanen Interaktionen mit dem Publikum kam, Andrea Meissner dem Altmeister des ausdruckstarken Wortes in die Parade fuhr und mit spontaner Situationskomik die Lachmuskeln erheblich strapazierte. Und so waren die Besucher am 8. Februar wieder einmal im gut gefüllten Gemeindezentrum voll auf ihre Kosten gekommen. Diese „Lesung“ schreit nach mehr oder Wiederholung für weitere Besucher – selten so gelacht – und Lachen ist gesund, sagt man.

Das Haus in Montevideo

Die Premiere findet am 26. 04.2014 um 19:30 Uhr im „Apfelbaum“ in Michendorf statt.
Unbedingt Karten reservieren unter 033205 243556 …
empfiehlt Ortrud Meyhöfer

Lesebühne sitzend von links:
Gundi Gericke, Brigitte Haubner, Ortrud Meyhöfer, Dr. Klaus-Dieter Becker, Theresa Vanseloh, stehend: Ulrike Senftleben, Hans-Jochen Röhrig, Annelie Dessombes.

Lesebühne - Das Haus in Montevideo

Der Kulturbund Michendorf, Jochen Röhrig, „Die Lesebühne Wilhelmshorst“ und „Das Haus in Montevideo“ – das sind die Garanten für eine viel versprechende Vorstellung. Es ist geglückt, den beliebten Schauspieler und Vorleser Jochen Röhrig für ein Projekt der Lesebühne zu gewinnen. Neuer Schwung und herrliche Regieeinfälle haben die Mitglieder der Lesebühne überzeugt, das Stück „Das Haus in Montevideo“ auf die Jochen Röhrigs ganz eigene Art zu inszenieren.

Nahezu jedem ist das Theaterstück bzw. der Film mit Heinz Rühmann bekannt. Das Bühnenstück wurde bereits 1945 in New York uraufgeführt und hatte 1950 im Renaissance Theater in Berlin seine deutsche Erstaufführung. Es handelt sich um eine Komödie über Moral, Versuchung und Belohnung der Tugend. Aktuelle Themen, schaut man sich in unserer Gesellschaft, in der Politik um…Worum geht es genauer?
Professor Traugott Herrmann Nägler, ein überaus moralischer Gymnasiallehrer für tote Sprachen, lebt mit seiner Frau Marianne und 12 Kindern in einer beschaulichen spießbürgerlichen Kleinstadtidylle. Der Pastor überbringt der Familie die Nachricht vom Tode Traugotts Schwester, die er vor etlichen Jahren wegen der Geburt eines unehelichen Kindes verstoßen hatte. Sie lebte fortan im Ausland. In ihrem Testament hat sie die älteste Tochter der Familie bedacht, sie soll die Liegenschaften in Montevideo erben.
Natürlich lehnt Traugott Herrmann das Erbe aus moralischen Gründen zunächst ab, wird aber schließlich dank der Überzeugungskraft des Pastors , des Bürgermeisters und seiner Frau Marianne umgestimmt und tritt gemeinsam mit dem Pfarrer und der Tochter Atlanta die Reise nach Montevideo an. Dort angekommen vermutet Traugott, dass es sich bei dem Haus seiner verstorbenen Schwester um ein Bordell handelt und ist entsprechend aufgebracht.
Der Pfarrer findet heraus, dass die Schwester als Sängerin Maria Machado Karriere gemacht hat und ihr Geld in einer Stiftung zum Schutz alleinstehender Mädchen und Mütter angelegt hat. Die Stiftung soll auch die Barschaft im Wert von 750 000 Dollar erhalten, es sei denn, dass sich im Hause ihres so überaus tugendhaften Bruders eine „ähnliche Tragödie“ wie die ihre zutragen würde. Dann soll die Betroffene das Geld erhalten. Diese Klausel ist zeitlich auf ein Jahr begrenzt.

Natürlich beginnt der eine und andere zu hadern bei einer so großen Summe Geldes. Selbst der so überaus moralisch denkende Traugott gerät kurzzeitig in Wanken, ist es doch nicht immer leicht, eine zwölfköpfige Kinderschar mit dem Gehalt eines Gymnasiallehrers zu unterhalten. Seine älteste Tochter Atlanta, die kurz vor der Hochzeit mit Herbert steht, könnte doch eventuell vielleicht ….. Zu seinem zukünftigen Schwiegersohn äußert er sogar zweideutig: „Man könnte ja nun auch den Nachtisch vor der Suppe essen“….Nicht zuletzt könnte es auch sein Ansehen erheblich aufwerten, …wenn er sich in seinem Städtchen als ein Gönner erweisen könnte…..
Die daraus resultierenden Querelen, inneren Kämpfe und Konflikte kann man bei der Lesung hautnah miterleben und sich zudem köstlich amüsieren.